Zehn Jahre nach dem viralen Hit "Pen-Pineapple-Apple-Pen" bringt Ahoj-Brause den absurden Ohrwurm zurück ins Netz. Mit einer Kampagne, die den Jingle zum Herzstück ihrer Brausefinger-Launch-Kampagne macht, beweist die Marke, wie Social-First-Marketing im Jahr 2026 funktioniert.
Ahoj-Brause erweitert sein Portfolio um die neuen "Brause-Finger" und setzt für die Einführung auf eine prominente popkulturelle Referenz. Gemeinsam mit der Berliner Agentur OZMOZE wurde der 2016er-Hit Pen-Pineapple-Apple-Pen (PPAP) von PIKOTARO neu interpretiert. Aus der legendären Textzeile "I have a pen, I have an apple" wurde kurzerhand: "Ich hab ’ne Brause, ich hab ’nen Finger".
Zwischen Hommage und moderner Content-Strategie
Für die Umsetzung holte sich die Marke den Schauspieler, Content Creator und Podcaster Xhem (@xhemajlmo) ins Boot. Im Video schlüpft er in die Rolle seiner überzeichneten Social-Persona, die das Original von PIKOTARO in den heutigen TikTok- und Reels-Kontext überträgt. Dass die Wahl auf diesen spezifischen Song fiel, ist laut Viktoria Renner, Co-Founderin von OZMOZE, kein Zufall:
"Wir launchen die Kampagne in einer Zeit, in der das Internet wieder im Jahr 2016 leben will: Viele sehnen sich nach einer Zeit zurück, in der die digitale Welt noch nicht durchoptimiert und algorithmisch kuratiert war. PPAP erinnert genau an diese Zeit: ein Gefühl von YouTube-Virals und Internet-Anarchie, ohne dabei nostalgisch zu werden."
Sound-First-Ansatz
Die Kampagne verfolgt einen konsequenten "Sound-First"-Ansatz. Während viele Marken ihre Social-Media-Videos laut OZMOZE oft "mute-first" (d. h. mit Fokus auf Wirksamkeit auch ohne Sound) produzieren, geht Ahoj-Brause den umgekehrten Weg. Das rund 30-sekündige Musikvideo bildet das Zentrum der Kommunikation, flankiert von Behind-the-Scenes-Content und Tanzsequenzen, die gezielt zur Interaktion und Nachahmung durch die Community (Ziel: User Generated Content) einladen.
Viktoria Renner unterstreicht den strategischen Anspruch:
"Auf TikTok ist Sound keine Kür, sondern Teil des Erlebnisses. Trotzdem bauen viele Marken ihre Inhalte noch immer mute-first: sicher, untertitelt, austauschbar. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden. Der Jingle ist kein Add-on. Er ist das Produkt."
Mit der Strategie zielt Ahoj-Brause darauf ab, das Markenritual des "Finger-Dippens" in das Bewusstsein der digitalen Zielgruppe zu rücken – das Kreativkonzept ist für einen Kanal, der laut, schnell und memelastig ist, optimiert.
Was ist das Besondere an dieser Kampagne? – Quick-Check der marketingScout.com Redaktion
1. Trennung von Retro und Meme-Kultur
Beim klassischen Retro-Marketing feiert eine Marke ihre eigene Historie – etwa durch Verpackungen im Look der 80er- oder 90er-Jahre. Genau das macht Ahoj-Brause hier eben nicht. Die Marke bedient sich eines externen, popkulturellen Internet-Phänomens. Das ist fachlich ein gravierender Unterschied: Statt die eigene Tradition zu bemühen, leiht sich die Brand die kulturelle Währung des Netzes aus.
2. Das Sehnsuchtsgefühl der "anarchischen" YouTube-Zeit
Warum funktioniert ein Viral-Hit aus dem Jahr 2016? Jüngere Zielgruppen (Gen Z, Gen Alpha) verbinden diese Ära mit einer unbeschwerteren, weniger durchkommerzialisierten und algorithmisch glattgebügelten Internet-Kultur. Dieses Gefühl gezielt aufzugreifen, ist ein gelungener Schachzug im Branding. Es holt die Leute emotional dort ab, wo sie sich verstanden fühlen: in der Sehnsucht nach echtem, ungefiltertem Internet-Spaß.
3. Funktionale Aneignung statt reiner Nostalgie
Das Meme dient hier keinem bloßen Selbstzweck oder Nostalgie-Gag. Es wird funktional eingesetzt – als viraler Träger und akustischer "Hook" für eine Marken-Innovation (Brause-Finger) und eine interaktive Mitmach-Challenge. Die Kampagne versteht, dass im heutigen Feed das Meme-Potenzial und ein eingängiger Sound schwerer wiegen als jede klassische Werbebotschaft.
Über das PPAP-(Pen-Pineapple-Apple-Pen)-Phänomen
Das Musikvideo von dem japanischen Komiker Kosaka Daimao (Piko-Taro) wurde 2016 auf YouTube veröffentlicht und verbreitete sich viral vor allem dadurch, dass Prominente wie Justin Bieber es teilten und Millionen User weltweit eigene Tanzvideos und Parodien dazu machten. Es hatte alle typischen Merkmale eines Internet-Memes: absurd, extrem kurz, leicht nachzumachen und ein absoluter Ohrwurm. Das Lied schaffte sogar den Sprung in die offiziellen US-Billboard-Charts, ferner sicherte es sich einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als der kürzeste Song, der sich jemals (bis zu diesem Zeitpunkt) in den Billboard Hot 100 platziert hatte.
Titelbild: Screenshot aus dem Social-Media-Video (Brausefinger) von Ahoi Brause mit Xhem. Quelle: TikTok @ahoibrause, Link: https://www.tiktok.com/@ahojbrause_official/video/7671259310294371617

Zusammenfassung (Abstract):
Ahoj-Brause launcht die neuen "Brause-Finger" mit einer Social-First-Kampagne, die den viralen 2016er-Hit "PPAP" neu interpretiert. Gemeinsam mit der Agentur OZMOZE und Creator Xhem wird ein Sound-zentriertes Musikvideo zur viralen Interaktion auf TikTok und Instagram genutzt, um das klassische Brause-Ritual modern zu inszenieren.
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