Podcast-Studie Werbefinanzierte Podcasts sind beliebter als Bezahl-Formate

18. Februar 2020Autor: Redaktion MarketingScout

Interessante Zahlen von Simon-Kucher & Partners zum Thema "Podcasts": Über 60 Prozent der Podcast-Hörer geben Werbung den Vorzug, wenn es um die Frage nach der Finanzierung interessanter Formate geht. Bezahlmodelle als Alternative zu Werbung oder Sponsoring dürfen zwischen 4 und 5 Euro monatlich kosten.

Das Audio-Format Podcast hat sich als neues Medium für Nachrichten und Unterhaltung längst etabliert. Das Angebot wächst stetig, die Frage nach der Finanzierung stellt sich für mehr und mehr Anbieter. Aktuell ist der Großteil der Formate noch kostenlos verfügbar. Für Publisher und Streaming-Plattformen ergeben sich jedoch große Potenziale in der Monetarisierung – von Bezahlmodellen bis hin zu werbefinanzierten Formaten bzw. Channels.

Die Ergebnisse einer Kurzstudie von Simon-Kucher zeigen jetzt: Podcast Hörer bevorzugen Werbung deutlich gegenüber Bezahlmodellen. Dabei sind sogenannte Native Advertisements (d.h. vom Sprecher vorgetragene Werbung) oder auch das Sponsoring von Formaten für über 60 Prozent der befragten Podcast-User die bevorzugten Optionen.

Die Kommunikationswirkung von Werbung ist vergleichsweise hoch: Beim Hören eines Podcasts ist Werbung immerhin 76 Prozent der Befragten aufgefallen, rund 40 Prozent davon geben an, sich diese in der Folge auch anzuhören.

Für einzelne Podcast-Reihen oder Folgen bezahlen wollen hingegen nur die Wenigsten. Allerdings können sich laut der Studie 58 Prozent der Befragten definitiv (35 Prozent) oder vielleicht (23 Prozent) vorstellen, für ihre Lieblingspodcast-Reihe künftig zu bezahlen. Ein fairer Preis liegt aus Hörersicht bei circa vier Euro pro Monat. Für eine Plattform, auf der die eigene Lieblingspodcast-Reihe sowie weitere exklusive Inhalte verfügbar sind, können sich 32 Prozent definitiv und 31 Prozent vielleicht vorstellen, zu zahlen. Mit etwa fünf Euro liegt der als fair monatliche wahrgenommene Preis hier etwas höher.

54 Prozent geben an, überhaupt Podcasts zu hören, 74 Prozent davon mindestens einmal pro Woche. Im Durchschnitt werden drei Podcast-Serien regelmäßig konsumiert. Was die Auswahl des Podcasts angeht, spielt die allgemeine Beliebtheit eher eine untergeordnete Rolle, vielmehr stehen Inhalt, Thema, und Persönlichkeit des Sprechers im Vordergrund.

Als Wiedergabeoption verwenden Hörer am häufigsten Streaming-Dienste wie z.B. Spotify, die es ermöglichen, auf verschiedene Podcasts zuzugreifen. Eigene Webseiten der Anbieter sind weniger relevant. Für Anbieter von Podcasts gelte es laut Simon-Kucher & Partners sicherzustellen, dass ihre Inhalte auf den beliebten Plattformen verfügbar sind und so eine möglichst große Reichweite aufgebaut wird. Eine interessante Option könne auch sein, ausschließlich auf eine reichweitenstarke Plattform zu setzen und eine exklusive Partnerschaft mit entsprechender Monetarisierung einzugehen.

Die Studie gibt ebenfalls Aufschluss über die Gründe für die Nicht-Nutzung von Podcasts. So geben 39 Prozent der befragten Nicht-Nutzer an, grundsätzlich kein Interesse an dem Medium Podcast zu haben. Für 26 Prozent ist die fehlende Zeit ausschlaggebend. Die Auswahl angebotener Podcast-Themen ist 23 Prozent der befragten Nicht-Nutzer noch nicht vielfältig genug.

Zur Studie:
Die Studie "Podcastnutzung in Deutschland" wurde von Simon-Kucher & Partners im Dezember 2019 durchgeführt. Dabei wurden über 200 Personen zu ihrem aktuellen und künftigen Podcast-Konsum befragt.

Titelbild: Screenshot simon-kucher.com

 

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