Expertentipp Professionalisierung im Influencer Marketing – Was Marken wissen sollten

27. April 2017Autor: Redaktion MarketingScout

Die Professionalisierung des Influencer-Marketings schreitet hierzulande zügig voran. Marken und Agenturen müssen den Reifegrad des Instruments kennen, damit die Zusammenarbeit mit Influencern positiv verläuft und ihre Kampagnen erfolgreich werden.

Björn Wenzel, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Influencer-Marketing-Agentur Lucky Shareman erklärt fünf Dinge, die Werbungtreibende über den derzeitigen Professionalisierungsgrad im Influencer-Marketing wissen sollten.

Bild: Björn Wenzel, Geschäftsführer Lucky Shareman
Quelle: Lucky Shareman

1. Influencer lassen sich vertreten

Erfolgreiche Influencer jedweder Größe lassen sich zunehmend von Agenturen vertreten, seien es klassische Künstleragenturen oder Influencer-Management-Agenturen. Durch die zwischengeschalteten Vermittler verändert sich die Zusammenarbeit mit dem Influencer in puncto Konditionen, Abrechnung und Kommunikation. Auch die Buchbarkeit wird beeinflusst: Oft schließen Influencer dauerhafte Verträge mit Managements und Brands. Exklusivverträge zwischen einem Influencer und einer einzigen Agentur gehören jedoch weiterhin zur Ausnahme.

2. Verträge werden komplexer

Verträge zwischen Influencern und ihren Vertragspartnern werden zunehmend komplexer. Zudem werden Nutzungsrechte von Content, der für Kampagnen entsteht, zum Bestandteil von Verträgen. Bilder, Videos und andere Inhalte können durch sogenannte Buy-outs für Werbezwecke von Marken genutzt werden, zum Beispiel für Online-Display-Werbung oder Plakatkampagnen.

3. Das Prinzip "Lolli gegen Posting" funktioniert nicht mehr

Mit der vermehrten Nachfrage steigen auch die Preise im Influencer-Marketing. Influencer liefern eine Media- und Kreativleistung in Form von Profil, Reichweite, aktiver Community und hochwertigem Content in den verschiedensten Formen. Das muss auch entsprechend vergütet werden. Was eine Influencer-Marketing-Kampagne kostet, kann nie pauschal beantwortet werden und ist abhängig von Faktoren wie der Größe des Influencers und den abgeforderten Leistungen.

4. Qualitätssicherung bleibt Handarbeit

Qualitätssicherung und Markenschutz müssen vor und während einer Kampagne gewährleistet sein. Im Vorfeld beinhaltet das zum Beispiel eine individuelle Auswahl von passenden Meinungsmachern, detaillierte Verträge und Kampagnenbriefings. Individuelle Verträge und Verhandlungen sichern die größtmögliche Qualität und Sicherheit für alle Parteien. Während der Kampagnendurchführung müssen die Verantwortlichen für ein ständiges Monitoring sorgen, denn Abnahmen des Contents vor der Veröffentlichung sind je nach Social-Media-Plattform nicht immer möglich.

5. Von der Einzelkampagne zur Integration in Marketing-Mix

Die meisten Unternehmen in Deutschland bewegen sich im Influencer-Marketing zwischen absoluten Newbies mit Aufklärungsbedarf und Entdeckern, die Testkampagnen durchführen. Influencer-Marketing wird daher noch stark als Einzelmaßnahme begriffen und umgesetzt. Dadurch wird das Potenzial, das das Instrument bietet, nur oberflächlich angekratzt. Durch die Zunahme von Standardisierungen, vor allem im Bereich KPIs, sowie durch Tracking-Tools und Fallstudien wird sich die Silo-Denke nach und nach auflösen.  Künftig sollten Marken Influencer-Marketing in crossmediale Kampagnen und in ihre Gesamtkommunikationsstrategie miteinfließen lassen.

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Dies ist ein Beitrag aus der Kategorie Marketing Trends. Influencer Marketing zählt zu den Top-Themen und meist genannten Trends im Marketingbusiness 2017.

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