Prognose COVID-19 beschleunigt Veränderungen in Marketing & Vertrieb

Infografik: Visable GmbH
11. August 2020Autor: Redaktion MarketingScout

Sinkende Marketing-Budget, weniger Messen, mehr online – so lassen sich die Ergebnisse einer Umfrage zusammenfassen, die Visable, Anbieter der B2B-Plattformen EUROPAGES und "Wer liefert was" (wlw), in Kooperation mit YouGov im Juli 2020 durchgeführt hat.

Im Rahmen der Umfrage wurden 541 Führungskräfte in kleinen und mittelständischen Unternehmen zu COVID-19-bedingten Entwicklungen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass bewährte Unternehmensstrategien, insbesondere auch in den Bereichen Vertrieb und Marketing, auf dem Prüfstand stehen.

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Weniger Marketingbudget & Messen
Jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) plant für das kommende Jahr mit weniger Marketingbudget als in 2020, um entstandene Umsatzeinbußen der Krise auszugleichen. Profitieren soll in erster Linie das Online-Marketing. 43 Prozent der befragten Entscheiderinnen und Entscheider wollen im kommenden Jahr vermehrt auf Online-Marketing-Maßnahmen setzen. Besonders hart trifft es die Messebranche: Mehr als ein Drittel (37 Prozent) derjenigen, die bisher auf Messen vertreten waren, planen im kommenden Jahr keine Messeauftritte oder -besuche mehr. Nur 10 Prozent sehen einen Messeauftritt generell noch als wichtiges Vertriebstool.

Mehr Digitalisierung
Laut der Umfrage ist Corona DER Beschleuniger der Digitalisierung. Fast die Hälfte aller Befragten (44 Prozent) gab an, dass die Krise die Digitalisierung in ihren Unternehmen voranschreiten lässt, bei 21 Prozent davon sogar deutlich. Video-Telefonie gehört bei 49 Prozent der Befragten mittlerweile zum Arbeitsalltag. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) nutzt jetzt in seinem Unternehmen Cloud-Systeme. Eigene Online-Formate wie Webinare wurden von 17 Prozent nach Ausbruch der Pandemie kurzfristig ins Leben gerufen.

Verändertes Beschaffungsverhalten (Sourcing)
Mit dem COVID-19-bedingten Shutdown wurden viele Unternehmen dazu gezwungen, ihre Einkaufsstrategie (engl. Sourcing) deutlich zu verändern. Die einst bewährten Lieferketten brechen kurzfristig weg und Engpässe müssen aktuell mit neuen Partnern überwunden werden. Dadurch rücken bei mehr als einem Fünftel (21 Prozent) der Befragten lokale, nationale und Anbieter aus den umliegenden europäischen Märkten mit kürzeren Lieferwegen wieder stärker in den Fokus. 12 Prozent vermeiden sogar aktiv die Zusammenarbeit mit Lieferanten aus den USA oder Asien.

Unterschiede innerhalb der DACH-Region
Österreich und die Schweiz scheinen deutlich mehr von der Corona-Krise beeinflusst zu werden als Deutschland. Während in Deutschland nur jeder vierte Befragte (25 Prozent) von deutlichen Umsatzeinbußen berichtet, sind in den beiden Nachbarländern ein Drittel (je 33 Prozent) der Unternehmen betroffen. Dies beeinflusst auch die Prozesse: Bewerteten 44 Prozent der Befragten in Deutschland die Arbeitsweise im Unternehmen mit einem "Alles wie immer", können dieser Aussage in der Schweiz lediglich 25 Prozent, in Österreich sogar nur 22 Prozent zustimmen.

Infografik: Visable GmbH
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