Media Trends Gratis-VoD könnte TV-Werbung bald den Rang ablaufen

Infografik: Splendid Research_Video-On-Demand-Markt 2019 (Quelle: www.splendid-research.com)
14. Mai 2019Autor: Redaktion MarketingScout

Eine aktuelle Studie von Splendid Research gibt Anlass zu der Vermutung, dass die klassische TV-Werbung bald von kostenfreien VOD Angeboten, die über Werbung finanziert werden, Konkurrenz bekommt.

Das Hamburger Marktforschungsinstitut SPLENDID RESEARCH hat im Dezember 2018 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.221 Deutsche zwischen 15 und 69 Jahren online zum Thema Video-on-Demand (VoD) befragt. Der Studie zufolge ziehen 54 Prozent der Deutschen Video-on-Demand dem klassischen linearen Fernsehen vor. Für die Mehrheit der Bundesbürger kommt dabei ein kostenfreies Video-on-Demand-Angebot mit Werbung grundsätzlich in Frage.

Obwohl das lineare Fernsehen nach wie vor das am häufigsten konsumierte Medium ist (gut 70 Prozent der Bundesbürger schalten täglich bzw. mehrfach pro Woche ein Fernsehprogramm ein), erfreut sich Video-on-Demand wachsender Beliebtheit: Knapp 54 Prozent der Bürger ziehen es dem linearen Fernsehen grundsätzlich vor.

Die Gründe für VoD sind vielfältig: Für 80 Prozent der aktuellen Nutzer liegt der entscheidende Vorteil von Video-on-Demand in der inhaltlichen und zeitlichen Flexibilität der eigenen Programmgestaltung. Knapp 60 Prozent schätzen die fehlende Werbung sowie qualitativ hochwertigere Inhalte.

Die Zahlungsbereitschaft für VoD-Dienste ist zur Zeit eher begrenzt: 52 Prozent aller Deutschen erachten die aktuell übliche Monatsgebühr von zehn Euro für die Nutzung werbefreier Anbieter als zu hoch. Bei gleichwertigen Inhalten würde sich die Mehrheit für einen kostenlosen Anbieter mit Werbung und gegen ein Abo-Modell entscheiden. Laut der Studie würden sich z.B. lediglich zwölf Prozent der aktuellen YouTube-Nutzer für ein werbefreies Angebot zahlen. Ein durch Werbung finanziertes Gratis-Netflix käme dagegen für drei Viertel der aktuellen Nutzer in Frage.

Patrick Teubenbacher, Studienleiter von SPLENDID RESEARCH:
"Die Erkenntnisse lassen auf ein bisher ungehobenes Potenzial werbefinanzierter VOD-Plattformen schließen. Mit diesen Modellen könnte das Tor zum Massenmarkt endgültig aufgestoßen werden. Es wäre spannend zu beobachten, wie sich ein werbefinanzierter Anbieter mit hochwertigem Inhalt auf dem stark umkämpften und sich möglicherweise bald konsolidierenden Markt behauptet. Die Voraussetzungen für Erfolg sind auf jeden Fall gegeben".

Zum VoD Markt:
Die bekanntesten VoD Anbieter sind Netflix (94 Prozent), Amazon Prime (93 Prozent), Sky (86 Prozent) und YouTube (85 Prozent). Sport-Anbieter DAZN erreicht einen Bekanntheitswert von 38 Prozent, das Videospiel-Streaming-Portal Twitch kennen 19 Prozent der Deutschen. Unter den Portalkennern erreichen Gratis-Dienste wie YouTube (71 Prozent) oder die Mediatheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (67 Prozent) die höchsten Nutzungsquoten. Über Grundgebühren finanzierte Angebote wie Maxdome (22 Prozent) und DAZN (20 Prozent) oder Plattformen mit Einzeltransaktionen wie iTunes (18 Prozent) oder Google Play Video (12 Prozent) fallen dagegen deutlich ab.

Infografik: Splendid Research_Video-On-Demand-Markt 2019 (Quelle: www.splendid-research.com)
Infografik: Splendid Research_Video-On-Demand-Markt 2019 (Quelle: www.splendid-research.com)

 

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