Experten-Prognose Die Relevanz von Voice Search im eCommerce wird überschätzt

12. März 2019Autor: Redaktion MarketingScout

Immer wieder gibt es im Netz neue Vorhersagen darüber, wie die Zukunft des Online-Marketings aussehen wird. Besonderes dem Thema "Sprachsteuerung" wird im eCommerce eine große Bedeutung vorhergesagt.

Steve Gershik, Chief Marketing Officer bei inRiver, einem auf Product Information Management (PIM) spezialisierten Unternehmen, erläutert, ob die Prognosen zutreffend sind.

Laut Gershik soll die optimistische Prognose, dass 2020 die Hälfte aller Online-Suchen mit einem Sprachassistent erfolgen werden, u.a. auf einer Einschätzung von comScore basieren. Tatsächlich haben sich laut Gershik die Marktforscher aber selbst nie in dieser Form geäußert. Andrew Ng, damals Chief Scientist bei Baidu, prognostizierte lediglich im September 2014, dass 2020 die Hälfte aller Suchen als Sprach- oder als Bildsuchen durchgeführt werden würden. Dieses "oder" relativiert die Prognose. Am Ende bleibt also die Frage, wie relevant Voice Search nun tatsächlich für das Online Marketing ist.

Laut Gershik liegt die Stärke der Sprachassistenten vor allem in der Ausführung klarer Befehle und in der Beantwortung eindeutiger Fragen. "Wo ist der nächste Supermarkt?", "Wie lange hat er geöffnet?" etc. Solche "Service-Fragen" sind kein Problem und dafür werden die Assistenten gerne genutzt.

Die Aufforderung: "OK Google, suche mir ein Abendkleid aus!" wird man dagegen eher selten hören. Zahlen aus einer aktuellen inRiver-Studie bestätigen das. Demnach haben zwar bereits 21 Prozent der Befragten ein sprachgesteuertes Gerät benutzt, um online einzukaufen, aber hauptsächlich bereits bekannte Produkte bestellt. Markentreue Stammkunden fallen laut Gershik aber weniger in die Zielgruppe von Online-Marketern. Um die Konversion zu steigern sind ausführliche Produktinformationen in Form von Text, Bild- und Video-Material unverzichtbar, letztere besonders im Mode- und Lifestyle-Bereich.

Bei visuellem Content werden neben der eigenen Website die sozialen Medien immer relevanter. Unter diesen gilt YouTube als vertrauenswürdigste Plattform (63 Prozent), auf Platz zwei liegt mit 25 Prozent Facebook. 37 Prozent der 18- 24-jährigen brechen einen Online-Kaufvorgang ab, wenn nicht ausreichend visuelle Inhalte zur Verfügung stehen, die helfen, sich ein Bild von der Ware zu machen. Personalisierter Content ist ebenfalls relevant. Als Ergänzung zu gleichbleibenden Basisinformationen (Preis, Maße etc.) zum Produkt, kann Bild- und Video-Content individuell auf verschiedene Zielgruppen angepasst und die Wirkung hierdurch gesteigert werden.

Titelfoto: Steve Gershik, Chief Marketing Officer bei inRiver

 

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