Aufwecker Clubhouse sicher(er) nutzen – Süd-IT gibt Tipps für Mithörer

3. Februar 2021Autor: Redaktion MarketingScout

Unter dem aufweckenden Titel "Clubhouse – Gier frisst Verstand" veröffentlicht die Münchner Süd-IT AG, Spezialist für Informations-Sicherheit und Datenschutz, Tipps für den sichere(re)n Umgang mit der in 2020 gelaunchten Social Media App des Softwareunternehmens Alpha Exploration Co. (USA).

Laut Süd-IT ist die Clubhouse App derzeit ohne Zweifel der angesagteste Hype unter den sozialen Medien. "In" ist wer drin ist, denn rein kommt man nur per Einladung. Die Gier nach Publicity verleite die Eingeladenen oftmals zu einem eher unbedarften Umgang mit der App. In Gesprächen werde hier nicht selten geteilt, was man sonst nur hinter verschlossenen Türen sagen würde. Auch als reiner Mithörer ist die Nutzung nicht unproblematisch (s.u.). Und was Clubhouse mit all den Daten (und Dialogen), die durch die App fließen, mache, stehe zwar deutlich in den AGBs, das Interesse an diesen sei aber vergleichsweise bescheiden.

Als Berater und Experten für Informationssicherheit und Datenschutz hat das Team der Süd-IT AG die Clubhouse AGBs komplett durchgelesen und folgende relevanten Nutzungsbedingungen, die jeder User kennen sollte, festgestellt:

(1) Im Moment der Anmeldung erfasst Clubhouse nicht nur jede Menge Daten des Anmelders, wie Name, Adresse, Telefonnummer, Foto, etc., sondern erfasst auch (wie viele andere Apps) das gesamte Adressbuch auf dem Smartphone / Device.

(2) Ferner erfasst Clubhouse, wer mit wem wie lange kommuniziert (inklusive aller Gesprächsinhalte). Diese Inhalte darf Clubhouse mit Werbeagenturen, Event-Veranstaltern, Web-Analyse Firmen etc. teilen.

(3) Für User in Deutschland ist – neben dem Verlust der Privatsphäre – aus datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten ferner folgendes problematisch: In dem Moment, in dem auf dem Mobiltelefon, mit dem man die Clubhouse-App nutzt, geschäftliche Kontakte gespeichert sind oder sich die Kommunikation mit dem Mobiltelefon nicht nur auf rein private Kontakte beschränkt, greifen die Vorschriften und Regelungen der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung). Da bei der Nutzung der Clubhouse-App (USA) das Adressbuch und die Inhalte der Kommunikation in Länder ohne Datenschutzniveau gem. DSGVO übertragen werden, ist die Nutzung der App nur bei Einwilligung der Betroffenen (also u.a. aller im Adressbuch gespeicherten Kontakte) rechtskonform.

In der Praxis ist es aber so gut wie unmöglich (oder auch unangenehm), die Einwilligung aller Betroffenen einzuholen. Um trotzdem die Clubhouse App rechtssicher nutzen zu können (auch wenn man nur "zuhört"), hier vier (sich ergänzende) Tipps von den Experten:

  • Nutzen Sie bevorzugt ein "altes" Smartphone, das Sie vielleicht noch in der Schublade haben.
  • Löschen Sie alle etwaig auf diesem Smartphone noch gespeicherten personenbezogenen Daten, vor allem das Adressbuch. Am einfachsten setzen Sie das Handy einfach neu auf.
  • Mit dem so "blitzblank geputzten" Handy können Sie sich nun bei Clubhouse anmelden.
  • Vermeiden Sie bei den Konversationen auf Clubhouse, sich über Dritte auszutauschen (denn deren Einwilligung müsste auch vorliegen, um auf der rechtlich sicheren Seite zu sein).
  • Zusätzlicher Tipp (speziell für Führungskräfte / Personalmanager*innen etc. in Firmen): Verzichten Sie als Unternehmen am besten darauf, Mitarbeiter, Bewerber oder Kunden anzuweisen, Clubhouse (zwingend) für Konversationen zu nutzen. In diesen Fällen wäre die Einwilligung zur Verarbeitung personenbezogener Daten nicht mehr als freiwillig zu sehen – und damit unwirksam.

 

 

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