Media Studie Verbraucher sehen Video-Streaming primär als Ergänzung zu TV

20. November 2019Autor: Redaktion MarketingScout

Der Tod des klassischen TV steht nicht bevor – zu diesem Ergebnis kommt pünktlich zum Weltfernsehtag am 21. November 2019 die Studie "Pricing Lab" der Rogator AG und der exeo Strategic Consulting AG.

Obwohl Video-Streaming und Video-on-Demand laut der Studie bereits von jedem zweiten Erwachsenen in Deutschland genutzt werden und sich Bezahl-Anbieter Netflix und Amazon ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, hat das lineare TV nicht ausgedient.

Medien-Experten gehen eher von einem friedlichen Nebeneinander von klassischem Fernsehen und Streaming-Angeboten aus. Vereinzelt wird sogar dem intensiven Serienkonsum on Demand ein baldiges Ende vorausgesagt. So schätzt Helmut Thoma, in den Jahren 1984-1998 Chef von RTL, dass die User dem Über- und Jederzeit-Angebot bald überdrüssig werden: "Am Ende sind diese ganzen Serien doch immer wieder das Gleiche, das langweilt die Zuschauer irgendwann", so Thoma.

Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen:

Bezahlbereitschaft
31 % der Befragten geben an, kostenfreie Streaming-Angebote zu nutzen, vor allem die kostenfreien Angebote der TV-Sender (Mediatheken/Live-Stream), aber auch Bezahlangebote im Abo (Amazon/Netflix). Etwa ein Viertel der Konsumenten bezahlen für die Nutzung des Video-Streamings oder für Live-TV. Dies erfolgt teilweise über die gebuchten Pakete der Telefon- oder Kabelanbieter, teilweise über den Abschluss von Abonnements wie bei Netflix, Amazon, Maxdome, Sky etc.

Generationenthema
Das Video-Streaming ist tatsächlich ein "Generationenthema", wie häufig vermutet. So liegt der Anteil der Personen, die grundsätzlich auf keine Form des Streamings zurückgreifen (d.h. weder Video-Streaming, Video-on-Demand noch Live-TV/Pay-TV nutzen) in der Altersgruppe unter 30 Jahre bei nur 22 %, im mittleren Alterssegment (30-59 Jahre) bei 42 % und im Alter ab 60 Jahren bei 64 %.

Parallelkonsum
Die Nutzung von Video-Streaming ist nicht gleichzusetzen mit einem Verzicht auf klassisches Fernsehen. Vielmehr werden die unterschiedlichen Angebote häufig nebeneinander konsumiert. Nutzer von Video-Streaming geben nur zu 5 % an, dass sie grundsätzlich kein klassisches TV nutzen. Einen totalen Verzicht auf das klassische TV kann sich im Moment nur eine Minderheit der deutschen Bevölkerung vorstellen. So erreicht die Aussage "Ich kann mir vorstellen, zukünftig überhaupt kein klassisches Fernsehen mehr zu nutzen" nur 22 % Zustimmung (56 % Ablehnung). Allerdings beträgt die Zustimmung im Segment der Netflix- sowie der Amazon Prime Video-Nutzer bereits etwa 40 %. Ebenfalls mehr als 40 % in diesen Zielgruppen geben an, "immer weniger klassisches Fernsehen zu nutzen".

Anbieter, Marktanateile
Gefragt nach den genutzten Anbietern von Streaming-Diensten erreichen Mediatheken der TV-Sender (kostenfrei) einen Anteil von 28 % der Bevölkerung. Im Ranking danach folgen die Bezahldienste Amazon Prime Instant Video (24 %) und Netflix (21 %). Die übrigen Anbieter wie Sky Ticket Entertainment oder Cinema (6 %), Telekom Magenta TV App plus (5 %), Maxdome (4 %) und UnityMedia Kabel BW (4 %) liegen deutlich dahinter.

Nutzerprofile
Laut der Studie sind Netflix-Kunden überproportional berufstätig (66 %), weniger als 30 Jahre alt (42 %), eher weiblich (59 %) und verfügen verstärkt über ein mittleres Einkommen (60 % mit Haushaltsnettoeinkommen zwischen 2.000 und 4.000 EUR monatlich). Für Amazon Prime Instant Video ergeben sich ähnliche Strukturen. Von allen Netflix-Nutzern (21 % der Befragten) sind 10 %-Punkte auch Nutzer von Amazon Prime Video. D.h. Jeder zweite Netflix-Kunde ist auch Amazon Prime Video-Kunde.

Prognose
Die Attraktivität der Streamingdienste wird weiter steigen und damit wird die aktuell friedliche Koexistenz von klassischem TV und Streaming-Angeboten sich wohl auch verändern. Dies prognostiziert Prof. Dr. Andreas Krämer, Co-Autor der Studie.

"Auch wenn es momentan noch nach einer friedlichen Koexistenz von klassischem TV und Streaming-Angeboten aussieht, wird das vermutlich nicht so bleiben. Neue Angebote wie Apple TV+ und Disney Plus werden die Attraktivität des Video-Streamings und deren Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen.", so die Einschätzung von Prof. Krämer.

Informationen zur Studie gibt es hier.

Titelbild: Screenshot rogator.de (Studie: Videosteaming ergänzt klassisches TV) 19.11.2019

 

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