Media Trends Native Advertising schlägt klassische Banner-Werbung

Foto: Marco Cerqui, Gründer und Geschäftsführer von Bring!
1. November 2018Autor: Redaktion MarketingScout

80 Prozent der Deutschen bewerten Native Ads positiv.

Dieses Ergebnis geht aus einer aktuellen VDZ-Studie hervor, auf die sich Marco Cerqui, Gründer und Geschäftsführer von Bring! in folgendem Ratgeber-Beitrag bezieht. Laut Cerqui steigt die Relevanz von Native Ad-Formaten im Media-Mix weiter an. Der Grund: Während Adblocker und "Bannerblindness" die klassische Display Werbung weiter erschweren, können Native Ad Kampagnen die User Experience bereichern.

Werbung, die nicht wie Werbung aussieht – so hieß es vor ein paar Jahren, als der Begriff Native Advertising noch in den Kinderschuhen steckte. Heute steigt die Relevanz von native Ad-Formaten und -Kampagnen jedoch erheblich, wie aus der aktuellen VDZ-Studie hervorgeht: 80 Prozent der Deutschen bewerten demnach diese Form der Werbeanzeigen als positiv.

Durch die Fülle der Reize, denen User in den Medien ausgesetzt sind, wird es für die Werbenden immer schwieriger, mit ihren Botschaften aus der Masse herauszustechen. Die Werbewirkung von klassischem Display-Advertising nimmt weiter ab – die sogenannte Bannerblindness steigt. Auffälligere und aggressivere Werbemethoden sorgen dabei jedoch oft für einen gegenteiligen Effekt.

Nicht die Werbung stört, sondern die Aufdringlichkeit mancher Formate

Laut einer Umfrage des Fachkreises Online-Mediaagenturen (FOMA) stimmen 88 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass sie sich nicht von Werbung an sich, sondern von aufdringlichen Formaten und Botschaften gestört fühlen. Beim Native Advertising passt sich der Content dem redaktionellen Umfeld einer Plattform an. Dies kann in Form von ganzen Texten, aber auch kleinen Teasern geschehen.

Wichtig: User-Fokussierung  

Native Advertising ist immer einen Schritt auf den Nutzer zu. Es geht nicht darum, den Nutzer zu einer Entscheidung zu bewegen, sondern das Angebot so zu bereichern, dass dieser neugierig gemacht wird und sich selbstständig und ohne Druck dazu entschließt, der Anzeige zu folgen.

Laut einer Studie von Burda Forward führte Native Advertising zu einer Zunahme der Sympathie gegenüber der Marken um durchschnittlich 15,6 Prozent, einer im Vergleich zu herkömmlichen Anzeigen deutlich höheren Kaufbereitschaft und einem gestiegenen Interesse, nach einem nativen Kontakt die Homepage des Unternehmens zu besuchen.

Best Practice: Native Ads – vom Supermarkt inspiriert

Bei der Implementierung von Native Advertising-Konzepten in Apps und Onlineshops lassen sich die UX-Designer von der Anordnung im Supermarkt inspirieren. Die Produkte sind hier strategisch platziert. Dabei berücksichtigt die Anordnung der Ware das psychologische Konsumverhalten der Käufer. Die Position der Ware im Markt spielt dabei genauso eine Rolle wie die Auswahl von Nachbarprodukten. Somit lassen sich logische Sinnzusammenhänge aus Produkten einer ähnlichen Kategorie konstruieren, Klassischerweise ist die Marmelade nicht weit vom Brot entfernt platziert, da beides häufig kombiniert wird. Onlineangebote können diese Kaufimpulse noch einfacher liefern, indem ähnliche oder kombinierbare Produkte vorgeschlagen werden. Guter Content und hilfreiche Unterstützung bei der Customer Journey ist im Sinne der Verbraucher und bereichert das Kauferlebnis.  Die native Integration wird somit nicht als Werbung, sondern als (nützliche) Erweiterung der Dienstleistung wahrgenommen.

Fazit: Mehrwert zählt

Nur qualitativ hochwertiger Content steht dem Nutzungserlebnis nicht im Wege und sorgt für eine Annäherung von Konsumenten und Marken. Unternehmen benötigen Mut und kreative Ideen, um aus dem herkömmlichen Anzeigen-Denken auszubrechen und mit mehrwertigem Content auf die Zielgruppe zuzugehen. Die dadurch aufgebaute Sympathie sollte nicht durch eine fehlende Kennzeichnung verspielt werden. Fügt sich die Kampagne in das bestehende Angebot ein, wird aus Werbung ein Mehrwert.

Titelfoto: Marco Cerqui

Marco Cerqui ist Mitinitiator der smarten Einkaufsliste Bring!. Mit der kostenlosen App wollen Cerqui und sein Team Konsumenten mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben ermöglichen, indem sie ihre Einkäufe intelligent und effizient planen können. Gemeinsam mit den Co-Gründern Sandro Strebel und Dominic Mehr konzentriert sich der Geschäftsführer der Bring! Labs AG auf die digitale Optimierung des Lebensmitteleinkaufs. Im Oktober 2018 wurde Bring! zum zweiten Mal mit dem Google Play "Editor’s Choice" Award ausgezeichnet.

 

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