Messetrend Mehr Verantwortung – So intensiviert die gamescom 2026 ihre CSR-Initiativen

gamescom Impressionen, Social Stage, Halle 1 (Foto: Koelnmesse GmbH / gamescom / Oliver Wachenfeld)
9. Juli 2026 Autor: Redaktion MarketingScout

Die Relevanz von Corporate Social Responsibility (CSR) im B2B-Sektor wächst rasant. Marketing- und Event-Verantwortliche stehen zunehmend vor der Herausforderung, Großveranstaltungen nicht nur als Reichweitenbringer zu nutzen, sondern sie auch ökologisch und sozial verträglich zu gestalten. Wie eine konsequente CSR-Transformation in der Praxis aussieht, demonstriert die gamescom 2026. Das weltweit führende Messe-Event für Computer- und Videospiele baut seine etablierten Initiativen "gamescom cares" und "gamescom goes green" für die anstehende Veranstaltung signifikant aus. 

Für Marketing-Entscheider liefert die gamescom (26. – 30. August 2026, Messehallen Köln) wertvolle Benchmarks in den Bereichen Inklusion, zirkuläre Event-Wirtschaft (Circular Events System) und gesellschaftspolitisches Engagement. Unter dem gemeinsamen Dach von "gamescom cares" bündeln die Veranstalter strategische Maßnahmen in den Bereichen Inklusion, Awareness, Jugendschutz sowie das Wohlbefinden der Community. Ergänzt wird dieses Spektrum durch das ökologische Programm "gamescom goes green", das konkrete Initiativen zur Ressourcenschonung und CO₂-Reduktion realisiert.

Felix Falk, Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche, dem Mitveranstalter der gamescom, erklärt hierzu:

"Als Leitveranstaltung der Games-Welt haben wir als gamescom eine besondere Verantwortung, die wir auch mit den vielen Projekten unter dem Dach von gamescom cares wahrnehmen. Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr erneut weitere Schritte gehen können – ob für mehr Barrierefreiheit, Ressourcenschonung oder ein gestärktes gesellschaftliches Miteinander. Das alles ist nur mit dem starken Einsatz unserer Partner und der Community möglich – deshalb an sie alle ein ganz herzlicher Dank!"

Auch von Seiten der veranstaltenden Koelnmesse wird der hohe Stellenwert der gesellschaftlichen Verantwortung unterstrichen. Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH, betont:

"Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragestellungen ist veranstaltungsübergreifend ein wichtiges Anliegen der Koelnmesse. Die gamescom übernimmt dabei seit vielen Jahren eine wichtige Vorreiterrolle. Gemeinsam mit unseren Partnern prüfen und entwickeln wir kontinuierlich Maßnahmen für mehr Teilhabe, Nachhaltigkeit und ein respektvolles Miteinander."

Praxisnahe Richtlinien für barrierefreie Markenauftritte

Ein zentraler Hebel für die ausstellenden Unternehmen der gamescom 2026 sind die erweiterten Accessibility Guidelines. Die entsprechenden Leitfäden wurden in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem "Netzwerk Barrierefreies Gaming" entwickelt. Sie dienen den Messe- und Eventplanern als operative Hilfestellung, um Barrierefreiheit frühzeitig in die Konzeptionierung und Realisierung ihrer Messeauftritte zu integrieren.

Die bestehende Selbstverpflichtung zu einem stufenfreien Zugang wird ab diesem Jahr um verpflichtende Hinweise zur Barrierefreiheit der jeweiligen Angebote vor Ort ergänzt. Für das Experience-Marketing bedeutet dies ein Umdenken: Barrierefreiheit wird vom "Nice-to-have" zum strategischen Standard. Die Richtlinien zielen darauf ab, die Aufenthaltsqualität für Menschen mit Behinderungen zu optimieren und das Bewusstsein innerhalb der Community zu schärfen.

Konkret umfassen die Vorgaben praxisnahe Empfehlungen zur Gestaltung von barrierefreien Warteschlangen, Spielstationen, Rückzugsorten sowie spezifische Maßnahmen bei sensorischer Überforderung. Flankiert wird dies im digitalen Bereich durch detaillierte Routing-Informationen im gamescom-Standortfinder sowie ein vergrößertes Kontingent an leihbaren Rollstühlen vor Ort.

Darüber hinaus erfährt das Awareness-Management bei der gamescom 2026 eine personelle und infrastrukturelle Stärkung. Ein zusätzlicher Awareness-Schalter im Nordbereich des Messegeländes wird eingerichtet, unterstützt von einem personell aufgestockten Awareness-Team. Etablierte Instrumente wie Ruheräume (Safer Spaces) sowie die digitale und analoge Kontaktaufnahme über den Dienst "Saferspaces" bleiben vollumfänglich aktiv.

Zirkuläre Event- und Messewirtschaft: Erweiterte Material- und Lebensmittelrettung

Im Bereich des Umweltschutzes setzt die gamescom an einem der größten Kritikpunkte von Großveranstaltungen an: dem Ressourcenverbrauch und dem Abfallaufkommen beim Standbau und Catering. Für ausstellende Unternehmen werden hier neue, unkomplizierte CSR-Schnittstellen geschaffen.

So etabliert die gamescom eine neue Kooperation mit der Kölner Tafel e. V. Ausstellende Unternehmen erhalten erstmals die Möglichkeit, nicht verbrauchte Lebensmittel aus dem Standcatering am Ende eines jeden Messetages kostenfrei für soziale Zwecke zu spenden.

Gleichzeitig wird die strategische Kooperation mit dem Kreislaufwirtschafts-Dienstleister Trash Galore in das dritte Jahr überführt und weiter skaliert. Durften bisher ausschließlich Restmaterialien der veranstaltereigenen Eventflächen weitervermittelt werden, steht dieser Verwertungsweg nun auch Ausstellenden für übrig gebliebene Standbaumaterialien offen.

Die Relevanz dieser Maßnahme belegen die Kennzahlen des Vorjahres: 2025 konnten 2.260 Kilogramm Material vor der Vernichtung bewahrt und an sechs regionale Institutionen (darunter ehrenamtliche Projekte, soziale Einrichtungen und Recyclingwerkstätten) übergeben werden. Trash Galore beziffert die dadurch erzielte ökologische Entlastung auf rund 5.000 Kilogramm eingespartes CO₂.

Green Events in der Praxis: Der "gamescom forest" wächst weiter

Die Kernstrategie zur CO₂-Vermeidung, -Reduktion und -Kompensation wird unvermindert fortgesetzt. Ausstellende Marken können weiterhin freiwillige Klimaschutzbeiträge via ClimatePartner entrichten, um ihre eigene CO₂-Bilanz direkt vor Ort zu verbessern.

Ein zentraler Pfeiler bleibt zudem das Angebot der "Green Tickets", deren Erlöse direkt dem "gamescom forest" zugutekommen. Dass diese Verknüpfung von Ticketing und Klimaschutz von der Community stark honoriert wird, zeigen die Zahlen: Im Jahr 2025 verzeichnete diese Initiative einen Verkaufszuwachs von rund 20 Prozent auf über 12.500 abgesetzte Tickets. Infolgedessen ist die Aufforstungsfläche des gamescom forest auf aktuell rund 33.500 Quadratmeter angewachsen. Unterstützer können das Projekt zudem ganzjährig durch Direktspenden fördern.

Gesellschaftspolitisches Engagement: Europa-Premiere für die Demokratie-Förderung

Dass modernes CSR-Management über den ökologischen Fußabdruck hinausgeht und auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann, zeigt ein echtes Novum im Programm der gamescom 2026: die europäische Erstaustragung des bekannten Speedrunning-Formats "Games Done Quick" (GDQ).

Vom 28. bis 30.08.2026 generiert das Event an drei aufeinanderfolgenden Tagen Spendengelder. Die Erlöse fließen an die Initiative "Gaming for Democracy" – ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Digitale Spielekultur und der Bertelsmann Stiftung, welches das soziale Engagement und das demokratische Wertefundament über das Mittel der Spielekultur stärkt.

Fazit für das Marketing- und Event-Management

Die intensivierten CSR-Anstrengungen der gamescom 2026 zeigen deutlich, dass Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung im Messe- und Eventbereich keine leeren Versprechen sein dürfen. Durch die Verpflichtung zu barrierefreien Angeboten, die Öffnung von Materialkreisläufen für Aussteller und die Integration gesellschaftspolitischer Wertebildung bietet die Messe teilnehmenden Unternehmen und Marken die optimale Plattform, um die eigenen Nachhaltigkeitsziele glaubwürdig und messbar zu verlängern.

Titelbild: gamescom Impressionen, Social Stage, Halle 1 (Foto: Koelnmesse GmbH / gamescom / Oliver Wachenfeld)

gamescom Impressionen, Social Stage, Halle 1 (Foto: Koelnmesse GmbH / gamescom / Oliver Wachenfeld)
gamescom Impressionen, Social Stage, Halle 1 (Foto: Koelnmesse GmbH / gamescom / Oliver Wachenfeld)

Zusammenfassung (Abstract):
Die gamescom 2026 baut ihre CSR-Initiativen "gamescom cares" und "gamescom goes green" strategisch aus und liefert damit neue Benchmarks für das nachhaltige Messe- und Eventmanagement. Im Fokus stehen erweiterte, praxisnahe Accessibility Guidelines für barrierefreie Messestände sowie der konsequente Ausbau einer zirkulären Event-Wirtschaft durch innovative Kooperationen zur Material- und Lebensmittelrettung mit Trash Galore und der Kölner Tafel e. V. Neben verstärkten Awareness-Maßnahmen setzt die Weltleitmesse mit der Europa-Premiere des Speedrunning-Formats "Games Done Quick" zugunsten der Initiative „Gaming for Democracy“ auch ein starkes Zeichen für gesellschaftspolitisches Engagement.

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