eCommerce Trends Marken-Shops bei deutschen Online-Shoppern im Aufwind

23. Juni 2021Autor: Redaktion MarketingScout

Deutsche Konsumenten kaufen künftig kanalübergreifender, markeneigene Online-Shops gewinnen an Relevanz. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Studie* der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners unter Konsumenten in Deutschland und international.

Im Zuge der anhaltenden Corona-Pandemie haben die deutschen Verbraucher*innen ihr Shopping-Verhalten geändert. Vieles davon wirkt sich auf das zukünftige Kaufverhalten aus. Insgesamt steigen die Einkaufsaktivitäten der Deutschen wieder an. Über 50 Prozent der deutschen Konsumenten kauften vor Corona teilweise bis vollständig offline – während der wiederkehrenden Lockdowns wechselten viele zum Online-Shopping. Knapp 30 Prozent der Befragten geben an, ihr verändertes Einkaufverhalten auch nach der Pandemie beibehalten zu wollen.

Laut der Studie planen die Verbraucher auch wieder mehr Geld auszugeben: Unabhängig vom Shoppingkanal sind Konsumenten überzeugt, dass sie ihre Kaufaktivitäten in nahezu allen Kategorien nach Aufhebung aller Restriktionen verstärken werden. Dabei schätzen die Käufer beim Online-Shopping besonders die Aspekte Convenience (z.B. Lieferung nach Hause, weniger Zeitinvestition) und die uneingeschränkte Verfügbarkeit des Sortiments (z.B. breite Produktpalette, zu jeder Tageszeit). Im stationären Handel dagegen bevorzugen Konsumenten die direkte Verfügbarkeit und das Erlebnis, das Produkt sehen und anfassen zu können. Ebenso sind nicht vorhandene Versandkosten ein Argument für den Einkauf vor Ort.

Die Relevanz eines komfortablen Einkaufs für Konsumenten zeigt sich vor allem in den klassischen Offline-Kategorien Lebensmittel und Getränke: Obwohl die Geschäfte auch während des Lockdowns dauerhaft geöffnet waren, weisen die Online-Shops der bekannten Händler (+24 % Lebensmittel, +23 % Getränke) und Liefer-Apps (+13 % Lebensmittel, +12 % Getränke) eine deutliche Mehrnutzung auf, und das auch über die Pandemie hinaus.

Eine wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass die "Marke" gerade in unsicheren Zeiten eine Renaissance erlebt: Markeneigene Online-Shops (D2C – Direct to Consumer Marketing) liegen in der zukünftig erwarteten Mehrnutzung (+13 %) gleichauf mit den Online-Shops von etablierten Händlern (+13 %). In den Kategorien Schönheits- und Pflegeprodukte sowie Haushaltskleingeräte und Möbel können die Marken-Online-Shops sogar alle anderen Kanäle deutlich hinter sich lassen.

Nina Scharwenka, Partnerin in der globalen Konsumgüter- & Handels- Practice bei Simon-Kucher, kommentiert: "Dieses Ergebnis überrascht. Man würde meinen, die Konsumenten bestellen eher bei etablierten Händlern und markenübergreifenden Portalen. Umso wichtiger ist es, dass die Hersteller diese Message verstehen und in ihre Marketingstrategie aufnehmen: Hersteller wollen Vertrauen beim Kunden aufbauen, und das funktioniert am besten über eine starke Marke. Um diese auch außerhalb des stationären Handels für den Konsumenten erlebbar zu machen, müssen Unternehmen daher in kontinuierlich in Digitalisierung und eCommerce investieren."

*Über die Studie: Die repräsentative "Global Touchpoint Study 2021" wurde von Simon-Kucher & Partners im Juni 2021 als Onlinebefragung durchgeführt. 1.030 Konsumenten in Deutschland (15.223 Konsumenten weltweit) wurden zu ihrem Kaufverhalten und ihren Vorlieben und Abneigungen beim Kauf vor, während und nach der Covid-19-Pandemie befragt.

Foto / Titelbild: Warakom – Fotolia

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