eCommerce Trends Livestream Shopping hat viel Potenzial für DACH-Marken

11. Mai 2021Autor: Redaktion MarketingScout

Die weltweite Corona-Pandemie hat den Onlinehandel spürbar beflügelt. Ein Trend aus China könnte auch für die Markenartikler in der DACH-Region ungenutzte Potenziale bergen. Während das so genannte "Livestream-Shopping" hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt, ist es im Land des Lächelns bereits voll etabliert. Vom kleinen Landbauern bis zum Key Opinion Leader ("KOL") nutzt dort jeder diese Vertriebsmethode, bei der es sich um eine Art Teleshopping im Internet handelt. Im Shopping-Livestream werden nicht nur Kosmetik- und Modeprodukte verkauft, sondern auch Autos, Häuser & Co.  

Wie man die Methodik richtig adaptiert, wissen die Digital Marketing Spezialist:innen und Asien-Expert:innen von oddity Asia. Deren Managing Director Laura Laubinger liefert fünf Key-Learnings, die sich hiesige Marken von den Livestream-Profis aus China abschauen können:

(1) Auf die richtigen Influencer:innen kommt es an
Influencer:in ist nicht gleich Influencer:in. Wichtig ist, dass die Key Opinion Leader („KOL“) zur Marke passen und eine Zielgruppe haben, die das entsprechende Unternehmen mit seinen Produkten auch ansprechen möchte. Denn mit den Influencer:innen kauft man sich automatisch auch deren Publikum ein. Die Zahl der Follower:innen sollte bei der Auswahl der Streaming-Partner:innen aber nicht an erster Stelle stehen. Das betont auch Laura Laubinger, Managing Director von oddity Asia: "Viel wichtiger als die Reichweite ist die Expertise der Influencer:innen, besonders, wenn es um Nischenprodukte geht. Gerade weil man Livestreaming eben nicht nur für kurzfristigen Absatz einsetzen sollte, sondern um langfristig das Vertrauen zwischen der eigenen Marke und ihren Nutzer:innen zu stärken."

(2) Erfolgreich mit einer guten technischen Einbindung des Livestream-Shoppings
In China müssen die Zuschauer:innen einen Livestream nicht verlassen, um etwas zu kaufen, sondern können Produkte ganz bequem in den integrierten Warenkorb legen und auschecken. Dies ist durch die Einbindung des Livestreams in große E-Commerce Plattformen, wie zum Beispiel Alibabas Tmall, sehr einfach umsetzbar. Die Kund:innen erleben dadurch eine reibungslose Customer Journey, was wiederum die Bounce-Rate minimiert. Es empfiehlt sich also, die Dienste eines Anbieters zu nutzen, der genau diese Funktion zur Verfügung stellt.

(3) "Inhouse-Livestreaming" ist der neuste Trend
Chinesische Unternehmen oder aber deren Servicepartner:innen, die eigene Flagshipstores betreiben, beschäftigen häufig eigene Digitalexpert:innen, die täglich Store Livestreams machen. Sie sind meistens Teil der hauseigenen Customer Care Teams und sollten daher Erfahrung in puncto Kundenservice mitbringen. Ziel dieses "Inhouse Livestreamings" ist eine gezielte Kundenberatung durch die Streaming Hosts und damit eine Steigerung der Conversions. "Es ist daher entscheidend, dass die Hosts ein umfassendes Wissen über die jeweilige Marke und ihre Produkte mitbringen. Externe Top-KOLs können das meistens nicht leisten", erklärt Laura Laubinger.

(4) Kosmetik und Konsumgüter punkten mit kostenlosen Proben und limitierten Editionen
Sondereditionen von Produkten sind besonders bei Kooperationen mit Influencer:innen und Prominenten ein Verkaufsgarant. Zudem regen spezielle Streaming-Events die Interaktion zwischen Marke und Kund:innen an, zum Beispiel in Form von positiven Kommentaren und Bewertungen. Das Markenimage baut sich so wie von selbst weiter aus. Dabei ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt. So kann auch mal der Hund des KOLs als Markenbotschafter für die neuesten Trendprodukte dienen und zum Star des Livestreams avancieren.

(5) Die Saison ist vorbei, aber die Ware noch nicht verkauft? Raus damit, aber richtig!
Wenn sich zum Ende einer Verkaufssaison die Ware immer noch im Lager stapelt oder Produkte sich ihrem Ablaufdatum nähern, ist das die Gelegenheit, ein ganz besonderes Shoppingevent zu veranstalten. Dabei ist es aber entscheidend, dass sich der Livestream nicht wie ein Abverkauf, sondern als Erlebnis anfühlt, bei dem die Kund:innen unbedingt dabei sein möchten.

Laura Laubinger zieht ein Fazit:
"Damit DACH-Marken die Trends aufgreifen können, sind vor allem die richtige Herangehensweise und Vorbereitung entscheidend. Unsere fünf Learnings bieten genau dafür eine gute Grundlage, die jedes Unternehmen aber individuell für sich anpassen und gewichten muss, um darauf aufbauend einen klaren Zukunftsplan zu erstellen."

Titelbild: Laura Laubinger, Managing Director oddity Asia (Quelle / Copyrights: oddity)

 

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