Trendwende Donatas Smailys über das Ende von Marken-Chatbots, KI-Avatare und Hook-Manie

KI-Chatbots sind im Marketing nicht so beliebt, wie man glaubt (Bildquelle: Canva; Bild übermittelt durch Sensus PR)
13. Mai 2026 Autor: Redaktion MarketingScout

Was sagt der Chef einer der weltweit größten Creator-Plattformen über Werbeeffizienz im Jahr 2026? Donatas Smailys, CEO von Billo, warnt: Marken-Chatbots, KI-Avatare und die klassische "Hook-Manie" sind Auslaufmodelle. Seine provokante These stützt er nicht auf Bauchgefühl, sondern auf die Analyse von Werbeinvestitionen in Höhe von einer halben Milliarde Dollar.

Die Halbwertszeit von Marketing-Trends sinkt rapide. Was 2025 noch als Goldstandard galt, kann laut Donatas Smailys im Jahr 2026 die Performance einer Marke sogar aktiv schädigen. Der CEO von Billo sieht den Wendepunkt erreicht: Das Publikum ist übersättigt, die Algorithmen haben sich weiterentwickelt.

Smailys identifiziert drei Taktiken, die Marken jetzt "ad acta" legen sollten:

1. Das Ende der Chatbot-Illusion

Marken versuchen verstärkt, KI-Chatbots als persönliche Berater in die privaten Postfächer der Nutzer (z.B. bei Snapchat) zu schleusen. Ein strategischer Fehler, meint Smailys. "Die Inbox ist privat. Menschen wollen dort mit Freunden sprechen, nicht mit einem Finanzdienstleister", erklärt er.

Er verweist dabei auf Snaps CEO Evan Spiegel, der selbst einräumte, dass der gesellschaftliche Widerstand gegen KI oft unterschätzt wird. Aktuelle Studien und Datenanalysen geben Smailys recht: Nutzer empfinden Marken-Bots im privaten Umfeld oft als Eindringlinge statt als nützliche Helfer.

2. KI-Avatare: Viel Vertrauensverlust durch "Self-Deepfakes"

Obwohl Plattformen wie YouTube Tools zum Klonen der eigenen Persönlichkeit ausrollen, wächst die Skepsis der User. Laut dem Sprout Social Pulse Survey fühlen sich 46 % der Nutzer unwohl mit KI-Influencern.

"KI-Avatare werden oft als dehumanisierend wahrgenommen", so Smailys. Er warnt Creator und Marken davor, langfristiges Vertrauen gegen kurzfristige Kosteneinsparungen bei der Produktion einzutauschen. Zudem rückt die Regulierung näher: Der EU AI Act und die FTC werden eine strikte Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte bringen. "Die Kennzeichnungspflicht kommt – egal, ob das Publikum das Format mag oder nicht", so die klare Prognose.

3. Hook-Manie vs. Watch Time

Jahrelang war das Social Media Erfolgsrezept einfach: Ein viraler Sound, ein aggressiver 3-Sekunden-Hook (Aufhänger) – fertig. Doch die Algorithmen von TikTok und Instagram haben sich verschoben. Heute zählen Wiedergabezeit (Watch Time) und Abschlussrate mehr als der schnelle Klick.

"Jeder hat die gleichen drei Hooks gelernt. Das Publikum erkennt sie sofort und weiß: Dieses Video ist es nicht wert, zu Ende geschaut zu werden", erklärt Smailys. Erfolg haben 2026 nicht die "Trend-Jäger", sondern Marken, die erkennbare Charaktere und echte Markenwelten aufbauen.

Kommentar der marketingScout.com-Redaktion (mm)

Wir beobachten ähnliche Entwicklungen täglich: In einer Welt voller automatisierter Inhalte wird der "individuelle menschliche Faktor" zur neuen Premium-Währung. Wer zwecks Erfolg nur noch nach bewährten Formeln sucht, sorgt für gepflegte Langeweile, die den User vertreibt.

Vor allem drei Faktoren machen Marken stark: Präsenz, Relevanz und Vertrauen. Während KI die Präsenz massiv skalieren kann, bleiben Relevanz und Vertrauen tief in authentischem, menschlichem Handeln verwurzelt. Marketing ist und bleibt – trotz aller technischer Tools – im Kern ein "Made by Humans"-Business.

Über Donatas Smailys

Donatas Smailys ist Mitbegründer und CEO der Plattform Billo, einem der weltweit führenden Marktplätze für User Generated Content (UGC). Die App vernetzt über 22.000 Marken mit einem globalen Pool von über 20.000 verifizierten Creatoren. Smailys gilt als Verfechter datenbasierter Entscheidungen und stellt reale Verkaufszahlen (ROAS) konsequent über reine "Eitelkeits-Metriken" wie Likes.

Titelbild: KI-Chatbots sind im Marketing nicht so beliebt, wie man glaubt (Bildquelle: Canva; übermittelt durch Sensus PR)

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Zusammenfassung (Abstract):
Marketing-Strategien, die 2025 noch funktionierten, entwickeln sich 2026 zum Performance-Killer. Donatas Smailys, CEO der Creator-Plattform Billo, warnt basierend auf Daten aus einer halben Milliarde Dollar Werbebudget vor drei spezifischen Taktiken: Aufdringliche KI-Chatbots, dehumanisierende KI-Avatare und die allgegenwärtige "Hook-Manie". Der Trend bewegt sich weg von technischer Automatisierung und schnellen Klicks hin zu echter menschlicher Identität, Vertrauen durch authentischen Content und langfristiger Markenrelevanz.

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