Experten Beitrag Prognose: Die Unternehmens-Website muss sich neu erfinden

19. Juni 2018Autor: Redaktion MarketingScout

Stirbt die klassische Unternehmenswebsite aus? Diese Frage stellen die Digital Knowledge Management Experten von Yext angesichts der zunehmenden Verbreitung von Sprachsuch-Technologien und digitalen Assistenten. Laut Yext ist die Corporate Website, wie man sie kennt, vom Aussterben bedroht, wenn sie sich nicht weiterentwickelt. Dafür gibt es zwei wichtige Gründe:

1. Drittanbieter verstellen den Weg zur Corporate Website

Wer im Internet nach einem Unternehmen sucht, stößt zunächst einmal auf eine Vielzahl an Links, maximal einer davon führt zur Unternehmenswebsite. Zu ihm gesellen sich Links zu Bewertungsportalen, Adressverzeichnissen, Kartendiensten oder zu sozialen Medien.

Darüber hinaus bieten auch die Suchmaschinen selbst Informationen an – z.B. der Google Knowledge Graph, der Informationen wie Adressdaten oder Öffnungszeiten direkt in die Suchergebnisseite einbindet. Die Suche nach einem Unternehmen endet also nicht mehr zwangsläufig auf dessen Website. Im Gegenteil: Eine repräsentative Studie von Yext aus dem Jahr 2017 zeigt, dass 73 Prozent des relevanten Traffics auf Drittanbieter-Plattformen stattfindet. Für Konsumenten sind sie längst nicht mehr nur Durchgangsstation auf dem Weg zur Unternehmenswebsite, sondern ultimative Informationsquelle.

2. Wachsende Bedeutung der Sprachsuche – Websites werden nicht mehr angesteuert

Die zunehmende Verbreitung von Sprachsuchtechnologien verstärkt diesen Trend. Einer Prognose von ComScore zufolge wird die Sprachsuche 2020 bereits die Hälfte aller Suchanfragen ausmachen. Konsumenten haben so dann noch nicht mal mehr die Option, die Unternehmenswebsite aufzurufen. Stattdessen geben ihnen ihre digitalen Assistenten etwa auf die Frage nach den Öffnungszeiten des nächstgelegenen Supermarkts einfach die direkte Antwort: Der Supermarkt schließt um 20 Uhr.

Fazit: Diese beiden Entwicklungen – der Aufstieg der Sprachsuche und die zunehmende Zahl an Drittanbieter-Plattformen – führen laut Yext zu einem Bedeutungsverlust der klassischen Unternehmenswebsite. Sie wird künftig von Konsumenten immer seltener angesteuert.

Dass die Unternehmenswebsite weiterlebt, ist jedoch im Interesse der Unternehmen sowie ihrer Kunden, denn für die einen ist sie die am besten zu steuernde, für die anderen die zuverlässigste Informationsquelle.

Was ist also zu tun?

Laut Yext werden zwei Maßnahmen das Überleben der Corporate Website sichern:

Erstens darf sie nicht länger als der einzig maßgebliche Kanal missverstanden werden. Unternehmen müssen weg vom "Website-First"-Prinzip, sondern den eigenen Internetauftritt stattdessen als Teil eines weitläufigen Netzwerks aus Touchpoints begreifen, das auch zahlreiche Drittanbieter-Plattformen umfasst. Für die Zukunft ist entscheidend, dass alle an diesen Touchpoints angebotenen Informationen korrekt, aktuell und widerspruchsfrei sind – hierzu bedarf es einer technischen Lösung, mit der man Inhalte zentral pflegen und per Knopfdruck auf allen Plattformen aktualisieren kann.

Zweitens müssen Unternehmenswebsites technisch an die neuen Voraussetzungen angepasst werden. Das umfasst zum Beispiel, die bereitgestellten Informationen mit Hilfe von Auszeichnungssprachen strukturiert aufzubereiten. Denn digitale Assistenten wie Siri oder Alexa brauchen maschinenlesbare Daten, um zuverlässig antworten zu können.

Titelbild: Screenshot http://www.yext.de v. 19.06.2018

 

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