Mit dem Claim "De bon de veres" startet Mallorca eine neue Kommunikationsoffensive, um für das authentische Gesicht der Insel zu werben. Die Initiative ist Teil einer langfristigen Strategie zur Förderung eines nachhaltigeren, bewussteren und enger mit der Insel verbundenen Tourismusmodells. Das Ziel: Die Beziehung zwischen Einwohnern und Besuchern soll durch echte Erlebnisse im Zusammenhang mit lokaler Produktion, Gastronomie, Handwerk und traditionellen Berufszweigen nachhaltig gestärkt werden.
Der Inselrat (Consell de Mallorca) hat "De bon de veres" offiziell vorgestellt. Die Kampagne wurde gemeinsam mit der Fundació Turisme Responsable de Mallorca ins Leben gerufen und rückt lokale Produkte als zentralen Ausdruck der Identität, Kultur und Lebensweise der Baleareninsel in den Mittelpunkt.
Die Eckpfeiler des Konzepts
- Fokus auf Authentizität: Die Kampagne rückt das "echte", traditionelle Mallorca in den Vordergrund – abseits der typischen Party- und Massentourismus-Klischees.
- Stärkung der lokalen Wertschöpfung: Touristen und Einheimische werden gezielt dazu motiviert, Erzeugnisse aus der Region zu kaufen. Das betrifft die mallorquinische Gastronomie ebenso wie das traditionelle Handwerk und landwirtschaftliche Produkte.
- Nachhaltigkeit und Respekt: Finanziert durch die Steuer für nachhaltigen Tourismus (Ökosteuer), soll die Initiative ein respektvolles Miteinander zwischen Urlaubern und Inselbewohnern fördern und die Identität der Insel für die Zukunft bewahren.
Der Claim: "De bon de veres"
Der mallorquinische Ausdruck "De bon de veres" lässt sich am besten mit "wirklich" oder "echt authentisch" übersetzen. Er bildet den konzeptionellen Kern der Kampagne und steht symbolisch für das, was Mallorca einzigartig macht: seine Wurzeln, seine Kultur und seine ganz eigene Art, mit der Insel in Verbindung zu stehen. Wenn Konsumenten ein Produkt oder ein Erlebnis mit dem Label "Mallorca de bon de veres" sehen, fungiert dies als eine Art Qualitätssiegel für echte mallorquinische Herkunft.
Das Kreativkonzept und die visuelle Strategie
Die visuelle und narrative Ausrichtung der Kampagne dreht sich um ungestellte Alltagsszenen, die tief mit dem lokalen Leben verwurzelt sind: traditionelle Märkte, authentische Gastronomie, echtes Handwerk, natürliche Materialien und die kleinen Gesten der mediterranen Kultur.
Dabei hebt die Kampagne vor allem die Menschen hinter den Kulissen hervor. Sie würdigt die Arbeit von Produzenten, Handwerkern und Fachleuten, die eng mit Mallorca verbunden sind. Ziel des Marketings ist es, ein zeitgemäßes, inspirierendes und glaubwürdiges Bild der Insel zu zeichnen. Damit reagiert die Destination auf die weltweit steigende Nachfrage nach nachhaltigeren Reiseformen und "Slow Travel".
Finanzierung und Platzierung
Die Maßnahme wird aus den Mitteln der Steuer für nachhaltigen Tourismus (ITS) der Regierung der Balearen finanziert und ist fester Bestandteil des aktuellen Aktionsplans der Fundació Turisme Responsable de Mallorca. Die crossmediale Ausspielung erfolgt sowohl auf lokaler Ebene als auch auf den strategisch wichtigen Kernmärkten – insbesondere in Deutschland, Großbritannien und Spanien – über zielgerichtete Maßnahmen in Printmedien, Radio und digitalen Kanälen.
Fazit der Redaktion (marketingscout.com)
Die Kampagne "De bon de veres" markiert für Mallorca einen kritischen Wendepunkt im Destinationsmarketing. Dem Inselrat geht es längst nicht mehr darum, quantitative Rekorde bei den Urlauberzahlen aufzustellen. Vielmehr soll der Tourismus qualitativ und strukturell neu ausgerichtet werden.
Da der anhaltende Touristenboom die Infrastruktur, die Umwelt und den sozialen Zusammenhalt der Insel stark beansprucht, setzt diese Kampagne an einem entscheidenden Punkt an: Sie sensibilisiert für die wahren Werte Mallorcas und begleitet den strategischen Wandel hin zu einem sozial- und umweltverträglicheren Tourismus.
Die Kampagne liefert ferner ein spannendes Beispiel für identitätsbasiertes Destinationsmarketing, in dem Tradition und Zeitgeist verschmelzen. Die Kommunikation trifft einen Nerv zahlreicher Mallorca-Liebhaber: Niemand, der Mallorca wirklich schätzt, will, dass das authentische Mallorca verschwindet – weder kulinarisch, noch architektonisch, noch kulturell oder ökologisch.
Alleine, die Tonality wirkt manchmal befremdlich. Ein wenig Vorwurf (in Richtung Touristen) schwingt öfters mit. Dabei sind es die Menschen vor Ort, die die Identität Mallorcas durch ihre eigenen (ökonomischen & ökologischen) Entscheidungen am besten bewahren können. Der einzelne Tourist hat wenig Einfluss auf die Anzahl an Touristen, Flügen, Kreuzfahrtschiffen, Mietwagen, Neubauprojekten etc., die die Insel offensichtlich beanspruchen. Er kann sich letztlich nur für oder gegen eine Reise nach Mallorca entscheiden. Viele Reisende besuchen die Insel bereits seit Jahrzehnten. Das spricht für ein Mallorca, das vor allem durch seine authentische Art überzeugt.
Titelbild: De bon de veres Kampagne von Mallorca, Kampagnen-Visual (Quelle: Consell de Mallorca, Fundació Turisme Responsable de Mallorca)

Verwandte Themen:
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Zusammenfassung (Abstract):
Mit der neuen Kampagne "De bon de veres" (Echt authentisch) initiiert der Inselrat (Consell de Mallorca) einen strategischen Wandel weg vom Massentourismus und hin zu Qualität und Nachhaltigkeit. Die crossmediale Kampagne rückt die lokale Identität, traditionelles Handwerk und regionale Produkte in den Fokus, um ein respektvolles Miteinander von Einheimischen und Urlaubern zu fördern. Finanziert durch die balearische Ökosteuer, liefert die Initiative ein spannendes Best-Practice-Beispiel für modernes, identitätsbasiertes Destinationsmarketing auf den europäischen Kernmärkten.
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