Aufbruch Designtrends 2020 – Analoge und digitale Ästhetik verschmilzt

Bild: Hyper-Pastische von Irudh https://99designs.de/profiles/Irudh
11. Dezember 2019Autor: Redaktion MarketingScout

Motiviert durch den Beginn eines neuen Jahrzehnts verbreitet sich das Gefühl, dass alles möglich ist. Dies macht sich auch im Grafikdesign bemerkbar. 

Wie jedes Jahr hat sich die internationale Designer-Community der Kreativ-Plattform 99designs die Mühe gemacht, aus der Arbeit der Kreativen die wichtigsten Strömungen für das Jahr 2020 herauszulesen. Der prägnanteste Trend lautet: Hyper-Pastiche – die Imitation vergangener Kunststile in einer nie dagewesenen Verschmelzung analoger und digitaler Ästhetik.

Diesen, das Jahr 2020 prägenden, Designtrend erklären die Kreativen wie folgt:

"Hyper-Pastiche – Dieser Trend macht das Jahr 2020 einzigartig. Designer werden nicht mehr nur eine Ära wiederbeleben, sondern so ziemlich alle: sei es das viktorianische Zeitalter oder das Mittelalter, Art déco oder Jugendstil. Vergangene Kunststile verschmelzen mit modernen Designs zu einer riesigen, chronologischen Collage. Auf der einen Seite zollen Grafikdesigner damit ihren Vorfahren Tribut. Sie suchen nach Wegen, um die digitale Ästhetik neu zu definieren, und an wen könnte man sich dabei besser wenden als an die alten Meister? Auf der anderen Seite machen sich Designer den Kontrast zwischen digitalen Bildern und vergangener Ästhetik zunutze, um eine "altertümliche" Erhabenheit zu visualisieren, die so oft in vektorisierter Einfachheit verloren geht. Die Herausforderung des Pastiche besteht darin, dafür zu sorgen, dass sich die ungleichen Ästhetiken anfühlen, als würde jede gleichermaßen zu einem zusammenhängenden Werk beitragen. Gut gemacht, besteht der Effekt darin, die Grenze zwischen analog und digital zu beseitigen."

 

Bild: Hyper-Pastische von Irudh  https://99designs.de/profiles/Irudh
Bild: Hyper-Pastische von Irudh | https://99designs.de/profiles/Irudh

 

Als weiterhin wichtige Designs-Trends für 2020 werden identifiziert:

Cyberpunk:
Im Cyberpunk erzeugen Neonfarben Farbspritzer als Kontrast zu einem dunklen Stadtbild, ihr unnatürliches Leuchten lässt die Kreation freundlich und einladend wirken. Auf die gleiche Weise können Designs, die sich diese Farbschemata zunutze machen, die "trübselige" Welt aufheitern.

Graffiti und Street Art:
Der Stil erinnert an die Punk-Szene der 70er, das Neon der 80er und den Grunge der 90er. 2020 gibt es ein Comeback, aber mit neuer Botschaft. Da Graffiti angesichts der Assoziation mit Vandalismus von Natur aus etwas Provozierendes hat, transportiert der Stil Aus- und Aufbruch, ein Aufbegehren gegen Konventionen. Street Art gibt uns das Gefühl, als läge die Zukunft allein in unseren Händen

Ultrafeine Geometrie:
Der Stil ist geprägt  von Linien – sie bringen Form und Wesen eines Objekts zum Ausdruck. Während geometrische Linien technologische Objekte darstellen, stehen geschwungene Linien für organische Formen und Natürliches. 2020 lassen die Designer diese Linienstile miteinander verschmelzen, um "unmögliche" Formen zu realisieren. Ultrafeine Geometrie ist ohne Hilfe eines Computers nur schwer umzusetzen, was vermutlich auch der Grund dafür ist, weshalb es gerade beim Branding von Tech-Unternehmen eine große Rolle spielt. Der Stil scheint die Zukunft der Technik einzufangen.

Papiercollagen:
Collagen sind eigentlich nichts Neues. Die Collagen von 2020 kombinieren jedoch Bilder, die eindeutig nicht zum selben Universum gehören, wie beispielsweise Illustrationen und Fotografien. Mit dem Verzicht auf makellose Bildbearbeitung hinterlassen sie eckige Kanten und weiße Umrisse, die aussehen, als wären sie durch Ausschneiden und Kleben entstanden. Der Effekt liegt in einer Art asynchroner Schönheit.

"Emotionale" Handschriften:  
Im Jahr 2020 setzt sich der Trend zu überlebensgroßen Schriftarten fort, dabei weniger perfektionistisch, sondern menschlich. In der Markenkommunikation wird die Schrift unpräziser und exzentrischer, um ein Gefühl für die Menschen hinter der Marke zu vermitteln.

Dystopie & Glitch Art – die Ästhetik der Fehler:
Obwohl das Genre größtenteils das "Gescheiterte" darstellt, sind die Dinge nicht immer so hoffnungslos, wie sie scheinen. Auch wenn diese Stile verstörend sind, da sie Fehler und Unzulänglichkeiten inszenieren, sind sie wirkungsvolle Instrumente, um die Betrachter dazu zu bringen, innezuhalten und einen genaueren Blick auf die Welt zu werfen.

Die Illusion des Anfassbaren:
Der Designtrend beschreibt des Kampf zwischen Skeuomorphismus und Flat Design. Auf der skeuomorphischen Seite werden Objekte aus der realen Welt auf subtile Weise nachgeahmt (wie erhöhte Buttons), im Stile des Flat Design aber in matten Farben gestaltet. Das Ergebnis ist ein flaches Bild, das jedoch so aussieht, als könnte man es berühren. 3D-Steinschnitttechniken sind besonders bei Designs für digitale Szenarien, wie App Icons, hilfreich. Sie erzeugen ein haptisches Erlebnis für den Nutzer und entschärfen die Flachheit, die die Ästhetik der Bildschirme bislang dominiert.

Visualisierung des Digitalen (Datenfluss):
Der Effekt soll dem Betrachter den Eindruck vermitteln, in einen Großrechner befördert worden zu sein, in dem er in Echtzeit beobachten kann, was hinter dem Computerzauber steckt. Das Konzept ähnelt den Visualisierungen in Musik-Apps wie Windows Media Player, die Schallwellen mithilfe abstrakter Grafiken darstellen. Aus stilistischer Sicht streben Designer nach einem "digitalen Look" mit dunklen Benutzeroberflächen, schweren Blautönen, abstrakten Polygonen und Typografie, die an VHS-Technik erinnert.

Fazit:
2020 zeichnet sich ein Vorwärts- und Rückwärtstrend in der Kreation ab, allerdings vereint in einem neuen Designkonzept. Es wird das Jahr des Verschmelzens von Vergangenheit und Zukunft, von Analogem und Digitalem, von Natur und Geometrie, von Realem und Künstlichem.  Die Aufbruch-Stimmung des neuen Jahrzehnts lässt Raum für "alles Mögliche". 

 

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