Best Practice Commodity Kampagne – Wie fischer Schrauben mit ganz viel Emotion auflädt

Kampagnenmotiv von fischer – Das Held Kampagne (Copyright: fischerwerke GmbH & Co. KG, Unternehmensgruppe Fischer)
22. Mai 2026 Autor: Redaktion MarketingScout

Wer Schrauben verkaufen kann – also ein vermeintlich austauschbares Produkt ohne echten USP und ohne Emotion – kann alles verkaufen. Der Befestigungsspezialist fischer kann! Die neue "Das Held"-Kampagne lebt von einer schönen Wort-Doppeldeutigkeit und der Erkenntnis, dass Schrauben viel mehr für unser Leben leisten, als man ihnen zutraut.

Für Marketing Manager im B2B- und B2C-Umfeld stellt sich oft eine strategische Frage: Wie inszeniert man ein klassisches Low-Involvement-Produkt, das im Alltag der Konsumenten weitgehend unsichtbar bleibt? Der Befestigungsexperte fischer liefert hierzu im Mai ein starkes Kampagnenbeispiel. Mit der Social-First-Kampagne "Das Held" bricht das Unternehmen die rein rationale, technische Produktkommunikation auf und transformiert eine vermeintliche Commodity in einen emotionalen Markenträger.

Die kommunikative Leitidee: Storytelling durch linguistisches Framing

Der strategische Kern der Kampagne, die in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Digitalagentur deepr entwickelt wurde, basiert auf einem stringenten linguistischen Kniff. Das Kampagnen-Motto "Das Held" fungiert als spielerische, doppeldeutige Anlehnung an das funktionale Kernversprechen "Das hält".

Dieses Wortspiel schlägt elegant die Brücke zwischen rationalem Produktnutzen (Tragfähigkeit und Zuverlässigkeit) und einer tiefen emotionalen Positionierung. Die Kernbotschaft: Wahre Helden wirken oft im Verborgenen – exakt wie die Schraube im Befestigungsgrund. Einmal verbaut, sichert sie das große Ganze und übernimmt eine zentrale tragende Funktion, ohne sich optisch in den Vordergrund zu drängen.

Zwei-Säulen-Kreation: Emotionale Generationen-Storys treffen auf Social-Media-Humor

In der kreativen Umsetzung setzt fischer primär auf Social Media (Threads, Instagram, TikTok und Facebook) und nutzt einen ausbalancierten Content-Mix, der zwei unterschiedliche psychologische Trigger bedient:

  • Das generationenübergreifende Narrativ (Emotion): Über bildstarke Carousel-Posts werden emotionale Geschichten rund um klassische DIY-Projekte wie Baumhäuser oder Vogelhäuschen erzählt. Die Schraube wird mit Bedeutung aufgeladen: Aus reinen Ideen entstehen Lieblingsplätze und Erinnerungen, die über Generationen hinweg verbinden. Damit verschiebt fischer den Fokus vom bloßen Materialwert hin zum emotionalen Wert des fertigen Endprodukts (z. B. ein Gartenzaun, der über Jahrzehnte hinweg Wind und Wetter trotzt).

  • Der situative Alltags-Humor (Entertainment): Kontrastiert wird diese emotionale Tiefe durch humorvolle Video-Clips, die den praktischen Hard-Facts eine Bühne geben. Ein überspitztes Szenario zeigt eine typische Stresssituation: Unangekündigter Besuch droht, und in Sekundenschnelle werden Bretter vor die Tür montiert. Die Caption – "Wenn’s schnell gehen muss. Unangekündigter Besuch und plötzlich wird jede Schraube zum Helden des Moments" – transportiert die faktischen Produktvorteile (schnelles Greifen dank optimierter Geometrie ohne Vorbohren) direkt in die Lebensrealität der Consumer.


Strategisches Ziel: Mehr "Schrauben-Bewusstsein" bei den Kunden

Hinter dem Kreativkonzept steckt ein klares vertriebliches und markenstrategisches Ziel. Während fischer in den Köpfen der Zielgruppen global als unangefochtener Marktführer für Dübel verankert ist, soll die Kampagne das Bewusstsein für die markeneigene Schrauben-Kompetenz massiv stärken.

"Mit der Kampagne verdeutlichen wir gezielt, dass fischer neben Dübeln auch ein breites Schraubensortiment bietet – mit der PowerFast II als vielseitigem Topprodukt", erklärt Robin Cumpl, Head of Internationales Content & Online-Marketing bei der Unternehmensgruppe fischer.

Die Conversion-Loop: Nahtlose Verknüpfung zum Point of Sale

Ein exzellentes Kreativkonzept verpufft im modernen Marketing ohne passende Vertriebsinfrastruktur. fischer löst die Conversion-Frage durch eine Performance-orientierte Verknüpfung der Social-Media-Assets mit dem Handel. Alle Carousel-Posts enden mit einem klaren Call-to-Action (CTA), der auf die exklusive Verfügbarkeit bei ausgewählten OBI-Märkten hinweist und per Direktlink in den OBI-Online-Shop führt. Damit schließt fischer die Lücke zwischen digitaler Awareness und Abverkauf am POS.

Titelbild: Kampagnenmotiv von fischer – Das Held Kampagne (Copyright: fischerwerke GmbH & Co. KG, Unternehmensgruppe Fischer)

Kampagnenmotiv von fischer – Das Held Kampagne (Copyright: fischerwerke GmbH & Co. KG, Unternehmensgruppe Fischer)
Kampagnenmotiv von fischer – Das Held Kampagne (Copyright: fischerwerke GmbH & Co. KG, Unternehmensgruppe Fischer)

Verwandte Themen:
Low-Involvement-Marketing, Commodity Marketing, B2B Storytelling, fischer Das Held Kampagne, Produkt-Emotionalisierung, Linguistisches Framing, Social Media Case Study, Conversion Loop, Marken-Equity Transfer, Co-Marketing OBI, fischer Schrauben PowerFast II, Inbound Marketing Handwerk

Zusammenfassung (Abstract):
Der Befestigungsspezialist fischer zeigt mit seiner aktuellen Social-Media-Kampagne "Das Held", wie sich ein vermeintlich austauschbares Low-Involvement-Produkt emotional aufladen und erfolgreich im Markt differenzieren lässt. Durch ein cleveres linguistisches Wortspiel ("Das Held" angelehnt an "Das hält") verknüpft die in Kooperation mit der Agentur deepr entwickelte Kampagne rationalen Produktnutzen mit generationenübergreifendem Storytelling und situativem Humor.

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