Expertentipp Marketing Development – Fünf Tipps, wie Sie jetzt Neues lernen

4. Februar 2021Autor: Redaktion MarketingScout

Das Marketing ist ein Business Bereich, der stetig in Bewegung ist. Weiterbildung ist hier besonders wichtig – es gibt permanent neue Marketing-Kanäle, -Strategien und -Best Practices. Doch wie hält man sich angesichts der aktuellen Situation (Homeoffice & Co.) auf dem Laufenden?

Viele Marketing (Projekt) Manager*innen arbeiten zur Zeit angesichts des Corona-Lockdowns im Homeoffice. Dies ist laut Jenny Gruner, Director Digital Marketing Hapag-Lloyd, der perfekte Ort (und die perfekte Zeit) für eine fokussierte Weiterbildung in Eigenregie. Der Lockdown zwingt uns zwar zur Arbeit in den eigenen vier Wänden und verringert die sozialen Kontakte –  aber er verschafft uns auch zusätzliche Zeit, die wir sinnvoll einsetzen können, u.a. für die persönliche oder berufliche Weiterbildung.

Doch wie lernt man "Remote" wirklich effektiv Neues? Über diese Frage hat sich die Marketingexpertin im Zuge der digitalen Transformation des Schiffskonzerns Hapag-Lloyd einige Gedanken gemacht. Die folgenden fünf Tipps fassen die Essenz ihrer Überlegungen und Erfahrungen sehr inspirierend zusammen:  

Tipp 1: Dem Ruf der Neugier folgen – lebenslanges Lernen

Lifelong Learning beschreibt die Bereitschaft, sich sein Leben lang weiterzubilden. Dafür ist es wichtig, dass wir unsere Neugier nicht verlieren. Das fängt bereits bei der Freude daran an, ein neues Gericht zu kochen, im Urlaub eine neue Kultur kennenzulernen oder eine neue Sportart auszuprobieren. Dasselbe gilt für den Beruf, beispielsweise für das Erlernen einer weiteren Fremdsprache, das Beschäftigen mit bestimmten digitalen Anwendungen oder Technologien, für das Hören von Podcasts und das Lesen themenspezifischer Fachbücher. Sehr empfehlenswert, um sich auch in Zeiten der Krise und des ständigen Wandels nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, ist auch das Erlernen von Achtsamkeitsmethoden, Yoga oder Meditation, um fokussierter und entspannter den Tag zu gestalten.

Tipp 2: Online-Angebote nutzen – aus dem Vollen schöpfen

Dank Video-Tutorials auf Youtube, Sprachlern-Apps und Online-Coaches war es vermutlich noch nie so leicht, sich selbstständig weiterzubilden, wie heute. Und gerade jetzt, während der Corona-Pandemie, ist der perfekte Moment, um zu lernen, was man schon immer lernen wollte: fließendes Business-Englisch, Programmieren, motivierende Online-Besprechungen leiten oder endlich verstehen, welche neuen Chancen die Blockchain-Technologie für Unternehmen bietet. Online-Lernen kann regelrecht süchtig machen. Neben den zahlreichen kostenlosen Angeboten im Internet sind auch Lernplattformen wie Udemy oder Linkedin Learning zu empfehlen.

Tipp 3: Ablenkungen ausschalten – Fokuszeiten blockieren

Trotz Lockdown ist es nicht immer einfach, das gewählte Lernprojekt auch wirklich zu starten. Schnell wächst die gewonnene Zeit wieder mit anderen Aufgaben zu. Wichtig ist es daher, regelmäßig eine sogenannte Fokuszeit einzuplanen, in der man sich ganz gezielt dem Erlernen der neuen Fähigkeit widmet. In dieser Zeit sollte man auch ganz bewusst alle Ablenkungen ausblenden, denn Multitasking ist nicht effektiv, was auch wissenschaftlich immer wieder belegt wird. Nur wer sich ausschließlich auf eine Aufgabe konzentriert, kann tiefer in ein Thema einsteigen und auch in den Flow kommen – jenen wunderbaren Zustand, in dem wir selbstvergessen und nahezu mühelos lernen. Sinnvoll ist es aber natürlich auch, flexibel zu sein und zum Beispiel Wartezeiten für kleine Lerneinheiten zu nutzen. Gerade beim orts- und zeitunabhängigen Online-Lernen funktioniert das ganz hervorragend.

Tipp 4: Sich gegenseitig unterstützen – Lernzirkel ins Leben rufen

Ob privat oder beruflich: Gemeinsam mit anderen lernt es sich leichter, weil man sich gegenseitig hilft, anspornt und motiviert. Besonders effektiv und strukturiert lässt sich diese Erkenntnis mit der Methode "Working Out Loud", die von John Stepper entwickelt wurde, umsetzen. Auch viele große Unternehmen haben diese zur Förderung der Lernbereitschaft ihrer Mitarbeiter bereits entdeckt. Dabei bilden vier bis fünf Personen für zwölf Wochen einen Circle (Lerngruppe), in dem jeder sein persönliches Lernziel definiert und verfolgt. Bei den gemeinsamen (Online-)Treffen tauschen sich die Mitglieder über ihre Fortschritte und Erfahrungen aus. Das Voneinander-Lernen gibt einen Extraschub Inspiration. Weitere Möglichkeiten, um sich Feedback und neue Ideen von außen zu verschaffen, sind: (1) Eine Book-Challenge ins Leben rufen, 52 Bücher im Jahr lesen und über jedes davon in einem sozialen Netzwerk berichten. (2) Die frisch gewonnenen Erkenntnisse für Interessierte in einem Webinar vorstellen.

(A.d.Redaktion: Wichtig ist hier, die gesetzlich fixierten Urheberrechte der Autoren und Verlage zu beachten, ferner die international anerkannte "Fair use-Regel" zu berücksichtigen. Mehr zur "Fair use"-Regel s.u.)

Tipp 5: Die eigene Einstellung prüfen – ein Growth Mindset pflegen

Ob man eine neue Fähigkeit leicht und mit Freude erlernt oder ob man im Gegenteil bei Rückschlägen schnell frustriert ist, hat viel mit der inneren Einstellung zu tun. Konkret ist beim Lernen ein sogenanntes Growth Mindset gefragt. Menschen, die darüber verfügen, sind überzeugt, dass sie ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können. Fehler sehen sie als Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren und sich zu verbessern. Und ihre Lebensträume und Ziele setzen sie häufig um, weil sie fest davon überzeugt sind, dass sie es selbst in der Hand haben, ob sie diese erreichen. Wer also bemerkt, dass er beim Lernen schnell an seine Grenzen stößt und die Lust verliert, sollte sich einmal selbst beobachten und sich fragen: Wie reagiere ich, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt? Wie rede ich in diesen Momenten mit mir selbst? Ermutige ich mich oder werde ich ungeduldig und demotiviere mich gar selbst mit Aussagen wie: „Das schaffst du ja nie!“ oder: „Andere können das viel besser!“? Die Forschungen zum Thema Growth Mindset haben übrigens in einer Schule ihren Anfang genommen. Carol Dweck, eine amerikanische Wissenschaftlerin, wunderte sich bei einem Experiment über Schüler, die angesichts unlösbarer Aufgaben nicht etwa frustriert waren, sondern stattdessen sagten: "Ich liebe knifflige Rätsel." Oder: "Wissen Sie, genau das hatte ich gehofft: dass ich hier was lerne." Mit dieser Einstellung waren sie beim Lösen der Aufgaben besonders erfolgreich.

Titelbild: Jenny Gruner, Director Digital Marketing Hapag-Lloyd

(Beitrag Ende)


Erläuterung zur "Fair use"-Regel:
Die international anerkannte "Fair use"-Regel (deutsch: angemessene Verwendung) sieht speziell im Verlags- und Weiterbildungsbereich vor, dass man die von Dritten produzierten Inhalte als Fremd-Content respektiert und nicht einfach für eigene kommerzielle Zwecke, auch nicht für das sog. Ego- oder Eigenmarketing, nutzt. Speziell im Bereich der Fachpublikationen (Fachwissen) hat sie einen besonderen Sinn: Hochwertige Fach-Bücher (gleiches gilt für Webinare zu Fachthemen) sind eigentlich nichts anderes als komprimiertes Wissen, das i.d.R. mit viel Zeit- und Budgetaufwand entwickelt wurde. Als Autor / Verlag macht man es mit diesen Wissensprodukten anderen Menschen einfach, sich schnell persönlich weiterzubringen (inkl. Gehaltserhöhung, wenn man auf der Karriereleiter nach oben steigt). Durch das Weiterverbreiten dieser Inhalte (ohne Quellenhinweis, ohne Empfehlung und somit ohne Einnahmen für die Autoren / Verlage), wird das Erstellen von Fachliteratur für die Autoren und speziell auch für die Verlage wirtschaftlich immer unattraktiver. Die Folge: Irgendwann wird es keine "echten" Fachbücher, die primär Weiterbildungszwecken dienen, mehr geben. Dann gibt es nur noch "marketinginitiierte" Bücher, eBooks oder Whitepaper zwar zu Fachthemen, die jedoch primär der Vermarktung oder Imagebildung von einzelnen Marken, Produkten oder Personen dienen. Die Alternative: Man investiert Zeit in eigenes "Erfahrungs-Wissen", das man jedoch erst einmal "erfahren" muss, damit man davon profitieren kann. (Ein eher langwieriger Prozess …) Ob dies der Fachliteratur, wie wir sie jetzt noch kennen, vorzuziehen ist, bleibt abzuwarten. (mm)

 

Keinen Marketing-Trend mehr verpassen? marketingScout Newsletter

Kategorie(n):

  • Trends
Anzeige eventim DE
Anzeige mymuesli DE
Anzeige rosettastone DE
Anzeige Yello